Wer nach Kälteschein Prüfungsfragen sucht, will meist zwei Dinge wissen: Was kommt in der Sachkundeprüfung wirklich dran – und wie bereitet man sich am besten vor? Die kurze Antwort: Einen offiziellen, öffentlichen Fragenkatalog gibt es nicht, aber die Prüfungsinhalte sind im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2067 EU-weit einheitlich festgelegt. Wer die dort genannten Themenkomplexe beherrscht, weiß ziemlich genau, was ihn erwartet. In diesem Artikel gehen wir den Aufbau der Prüfung durch, ordnen die Fragenkomplexe der Theorie ein und zeigen dir Beispielfragen, mit denen du rechnen kannst. Was der Kälteschein grundsätzlich ist und was er kostet, liest du im Überblicksartikel Kälteschein: Kategorien, Voraussetzungen und Kosten.
Die Durchführungsverordnung (EU) 2015/2067 schreibt vor, dass die Prüfung aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. In der Theorie weist du dein Wissen zu Kältetechnik, Kältemitteln und dem rechtlichen Rahmen nach – meist schriftlich, je nach Stelle ergänzt um mündliche Anteile. Im Praxisteil zeigst du an realen Anlagen oder Übungsständen, dass du die Handgriffe beherrschst: Lecksuche, Rückgewinnung, Lötverbindungen, Arbeiten am Kältekreislauf.
Abgenommen wird die Prüfung von benannten Stellen – in Deutschland sind das vor allem Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und die Landesinnungen des Kälteanlagenbauerhandwerks. Welche Tätigkeiten geprüft werden, hängt von der angestrebten Kategorie ab: Kategorie I umfasst das volle Programm ohne Füllmengenbegrenzung, die Kategorien II bis IV sind entsprechend abgespeckt. Welche Kategorie du brauchst, klärt der Artikel zu den Kälteschein-Kategorien I–IV; die Kurzfassung „kleiner vs. großer Kälteschein“ findest du hier.
Der Anhang der DVO (EU) 2015/2067 listet die Mindestanforderungen an Fertigkeiten und Kenntnisse auf. Daraus lassen sich die Themenkomplexe ableiten, aus denen die zertifizierenden Stellen ihre Prüfungsfragen entwickeln – die folgende Tabelle ist eine fachliche Einordnung, kein offizieller Fragenkatalog:
| Themenkomplex | Typische Inhalte |
|---|---|
| Grundlagen Thermodynamik & Kältekreislauf | Druck, Temperatur, Verdampfung und Verflüssigung, Überhitzung und Unterkühlung, log-p/h-Diagramm, Funktionsweise des Kältekreislaufs |
| Umweltauswirkungen von Kältemitteln & F-Gase-Recht | GWP-Wert und CO₂-Äquivalent, Treibhauseffekt, Verordnung (EU) 2024/573, ChemKlimaschutzV, Betreiberpflichten, Phase-down |
| Dichtheitskontrollen & Methoden | Direkte und indirekte Methoden (Lecksuchgerät, Lecksuchspray, Druckverlauf), Kontrollintervalle nach CO₂-Äquivalent, Dokumentation |
| Umweltgerechte Rückgewinnung | Absaugen von Kältemittel vor Wartung und Stilllegung, Umgang mit Recyclingflaschen, Öl-Handling, Weitergabe zur Aufarbeitung oder Entsorgung |
| Komponenten: Installation & Wartung | Verdichter, Verflüssiger, Verdampfer und Expansionsorgane – Aufbau, typische Fehlerbilder, fachgerechter Ein- und Ausbau |
| Löten/Hartlöten & Rohrverbindungen (Praxisteil) | Dichte Hartlötverbindungen an Kupferrohren, Bördel- und Schraubverbindungen, Druckprobe mit Stickstoff, Evakuieren |
Einordnung auf Basis des Anhangs der DVO (EU) 2015/2067; die konkrete Gewichtung und Fragenauswahl legt die jeweilige Prüfungsstelle fest.
Die folgenden Fragen sind typische Beispielfragen, wie sie in Vorbereitungsmaterialien von Schulungsträgern vorkommen – keine Original-Prüfungsfragen. Sie zeigen aber gut, auf welchem Niveau gefragt wird:
Der mit Abstand wichtigste Baustein ist der Lehrgang des Schulungsträgers, bei dem du die Prüfung ablegst – dort werden genau die Inhalte behandelt, die die Stelle anschließend abfragt, inklusive Übungsfragen und Probeprüfungen. Für Kategorie I bieten viele Träger zusätzlich Vorbereitungskurse an, die vor dem eigentlichen Sachkundelehrgang Grundlagen auffrischen – sinnvoll, wenn die Ausbildung länger zurückliegt oder du aus einem Nachbargewerk kommst. Eine etablierte Adresse ist neben Kammern und Innungen die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik.
Darüber hinaus haben sich drei Dinge bewährt:
Ganz ehrlich: Offizielle Bestehensquoten veröffentlicht keine der zertifizierenden Stellen. Aus der Erfahrung von Schulungsträgern lässt sich aber sagen: Wer den Lehrgang aufmerksam mitmacht und aus der Kältetechnik kommt, besteht in der Regel. Kritisch wird es am ehesten im Praxisteil – eine undichte Lötverbindung oder unsauberes Arbeiten bei der Rückgewinnung fällt sofort auf.
Fällst du durch, ist das kein Beinbruch: Eine Wiederholung der Prüfung ist bei den Stellen möglich. Ob du nur den nicht bestandenen Teil oder beide Teile wiederholen musst, welche Wartefristen gelten und welche Gebühren anfallen, regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Stelle – frag am besten direkt bei der Anmeldung nach.
Mit bestandener Prüfung stellt dir die benannte Stelle das Zertifikat für deine Kategorie aus. Neu durch die Verordnung (EU) 2024/573: Das Zertifikat gilt nicht mehr unbegrenzt, sondern muss alle sieben Jahre aufgefrischt werden. Für Alt-Zertifikate gilt eine Übergangsfrist bis zum 12. März 2029 – bis dahin muss die erste Auffrischung erfolgt sein. Inhaltlich kommen dabei vor allem Themen zu brennbaren und natürlichen Kältemitteln (Propan, CO₂, Ammoniak) und deren sicherer Handhabung dazu, weil sich der Markt durch den F-Gase-Phase-down dorthin verschiebt.
Sieh dir an, wie KlimaCraft Qualifikationen und Auffrischungstermine deiner Monteure im Betriebsalltag organisiert.
Funktionen ansehen →Für gelernte Kältetechniker mit solider Vorbereitung gut machbar – die Inhalte decken sich weitgehend mit dem Berufsalltag. Anspruchsvoller ist sie für Quereinsteiger, vor allem im Praxisteil (Löten, Lecksuche, Rückgewinnung). Der Vorbereitungslehrgang beim Schulungsträger ist der übliche und empfehlenswerte Weg.
Eine feste, bundesweit einheitliche Fragenanzahl gibt es nicht – Umfang und Form regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen zertifizierenden Stelle. Verbindlich vorgegeben sind nur die Prüfungsinhalte aus dem Anhang der DVO (EU) 2015/2067.
Ja. Ob nur der nicht bestandene Teil oder die gesamte Prüfung wiederholt werden muss, welche Fristen gelten und was die Wiederholung kostet, regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Stelle.
Einen offiziellen, öffentlich zugänglichen Fragenkatalog gibt es nicht – die zertifizierenden Stellen veröffentlichen ihre Prüfungsfragen nicht. Schulungsträger stellen im Lehrgang Übungsmaterial und Probefragen bereit, die sich an den Prüfungsinhalten des Anhangs der DVO (EU) 2015/2067 orientieren.
Hinweis: Dieser Artikel gibt den Stand Juli 2026 vereinfacht wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Durchführungsverordnung (EU) 2015/2067, die Verordnung (EU) 2024/573 und die ChemKlimaschutzV sowie die Prüfungsordnung der jeweiligen zertifizierenden Stelle; die Beispielfragen sind Übungsbeispiele, keine Original-Prüfungsfragen.