Wer nach Kälteschein Prüfungsfragen sucht, will meist zwei Dinge wissen: Was kommt in der Sachkundeprüfung wirklich dran – und wie bereitet man sich am besten vor? Die kurze Antwort: Einen offiziellen, öffentlichen Fragenkatalog gibt es nicht, aber die Prüfungsinhalte sind im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 EU-weit einheitlich festgelegt. Wer die dort genannten Themenkomplexe beherrscht, weiß ziemlich genau, was ihn erwartet. In diesem Artikel gehen wir den Aufbau der Prüfung durch, ordnen die Fragenkomplexe der Theorie ein und zeigen dir Beispielfragen, mit denen du rechnen kannst. Was der Kälteschein grundsätzlich ist und was er kostet, liest du im Überblicksartikel Kälteschein: Kategorien, Voraussetzungen und Kosten.
Übrigens: Die Prüfung ist dieselbe, egal ob dein Lehrgang „Kälteschein“, Kältemittelschein oder Klimaschein heißt – geprüft wird immer der Sachkundenachweis nach F-Gase-Verordnung.
📝 Zum Üben: Kälteschein-Prüfungsfragen als PDF: 16 Übungsfragen mit Lösungsschlüssel →
Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 schreibt vor, dass die Prüfung aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. In der Theorie weist du dein Wissen zu Kältetechnik, Kältemitteln und dem rechtlichen Rahmen nach – meist schriftlich, je nach Stelle ergänzt um mündliche Anteile. Im Praxisteil zeigst du an realen Anlagen oder Übungsständen, dass du die Handgriffe beherrschst: Lecksuche, Rückgewinnung, Lötverbindungen, Arbeiten am Kältekreislauf.
Abgenommen wird die Prüfung von benannten Stellen – in Deutschland sind das vor allem Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und die Landesinnungen des Kälteanlagenbauerhandwerks. Welche Tätigkeiten geprüft werden, hängt von der angestrebten Kategorie ab: Kategorie I umfasst das volle Programm ohne Füllmengenbegrenzung, die Kategorien II bis IV sind entsprechend abgespeckt. Welche Kategorie du brauchst, klärt der Artikel zu den Kälteschein-Kategorien I–IV; die Kurzfassung „kleiner vs. großer Kälteschein“ findest du hier.
Der Anhang der DVO (EU) 2024/2215 listet die Mindestanforderungen an Fertigkeiten und Kenntnisse auf. Daraus lassen sich die Themenkomplexe ableiten, aus denen die zertifizierenden Stellen ihre Prüfungsfragen entwickeln – die folgende Tabelle ist eine fachliche Einordnung, kein offizieller Fragenkatalog:
| Themenkomplex | Typische Inhalte |
|---|---|
| Grundlagen Thermodynamik & Kältekreislauf | Druck, Temperatur, Verdampfung und Verflüssigung, Überhitzung und Unterkühlung, log-p/h-Diagramm, Funktionsweise des Kältekreislaufs |
| Umweltauswirkungen von Kältemitteln & F-Gase-Recht | GWP-Wert und CO₂-Äquivalent, Treibhauseffekt, Verordnung (EU) 2024/573, ChemKlimaschutzV, Betreiberpflichten, Phase-down |
| Dichtheitskontrollen & Methoden | Direkte und indirekte Methoden (Lecksuchgerät, Lecksuchspray, Druckverlauf), Kontrollintervalle nach CO₂-Äquivalent, Dokumentation |
| Umweltgerechte Rückgewinnung | Absaugen von Kältemittel vor Wartung und Stilllegung, Umgang mit Recyclingflaschen, Öl-Handling, Weitergabe zur Aufarbeitung oder Entsorgung |
| Komponenten: Installation & Wartung | Verdichter, Verflüssiger, Verdampfer und Expansionsorgane – Aufbau, typische Fehlerbilder, fachgerechter Ein- und Ausbau |
| Löten/Hartlöten & Rohrverbindungen (Praxisteil) | Dichte Hartlötverbindungen an Kupferrohren, Bördel- und Schraubverbindungen, Druckprobe mit Stickstoff, Evakuieren |
Einordnung auf Basis des Anhangs der DVO (EU) 2024/2215; die konkrete Gewichtung und Fragenauswahl legt die jeweilige Prüfungsstelle fest.
Der theoretische Teil lässt sich lernen. Der praktische ist der, vor dem die meisten Respekt haben – und über den am wenigsten geschrieben wird. Beliebig ist er aber nicht: Der Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 legt die Mindestanforderungen an Kenntnisse und Fertigkeiten fest, die geprüft werden müssen. Daraus ergibt sich, womit du rechnen kannst:
Anlage systematisch nach den vorgeschriebenen Verfahren prüfen, Ergebnis bewerten und dokumentieren – der Kern der Zertifizierung überhaupt.
Prüfdruck aufbauen, halten, ablesen und beurteilen. Hier zeigt sich, ob jemand die Sicherheitsregeln im Kopf hat oder nur die Handgriffe.
Vakuum ziehen, Standzeit prüfen, Restfeuchte beurteilen. Der Handgriff, bei dem in der Praxis am häufigsten zu früh abgebrochen wird.
Fachgerechtes Absaugen ohne Freisetzung und die korrekte Behandlung des zurückgewonnenen Kältemittels.
Verbindungen herstellen, die dicht sind und bleiben – je nach Prüfstelle Hartlöten, Bördeln oder Pressen.
Was das für die Vorbereitung heißt. Diese Punkte sind keine Wissensfragen, sondern Bewegungsabläufe. Wer sie im Betrieb ohnehin regelmäßig macht, muss vor allem eines üben: sie unter Beobachtung und in der vorgeschriebenen Reihenfolge zu machen. Wer sie selten macht – etwa als Umsteiger aus SHK oder Elektro –, sollte den Lehrgang nicht nach Preis, sondern nach Praxisanteil aussuchen. Genau darin unterscheiden sich zwei Kurse für dasselbe Zertifikat am stärksten: warum die Preise so weit auseinanderliegen.
Und ein Punkt, der später Geld spart: Dieselben Fertigkeiten stehen im Auffrischungskurs wieder auf dem Plan. Wer nachweisen kann, dass er in den zwei Jahren davor einschlägig gearbeitet hat, kann den praktischen Teil dort auslassen – gegen Selbsterklärung mit Tätigkeitsliste.
Einen offiziellen, öffentlichen Fragenkatalog für den Kälteschein gibt es nicht – die Prüfstellen stellen ihre Bögen selbst zusammen. Was es gibt, sind Übungsfragen, die den typischen Zuschnitt treffen.
Wir haben 16 Übungsfragen mit Lösungsschlüssel und Erklärungen zusammengestellt, getrennt nach Zertifikat A1 und A2 beziehungsweise den alten Kategorien I und II. Sie liegen als PDF zum Ausdrucken und als Word-Datei zum Ergänzen eigener Fragen bereit, kostenlos und ohne Anmeldung: Kälteschein-Prüfungsfragen als PDF.
Auf dieser Seite geht es dagegen um das, was ein Fragenbogen nicht abbilden kann: wie die Prüfung abläuft, welche Handgriffe im praktischen Teil verlangt werden und was passiert, wenn es beim ersten Mal nicht reicht.
Der mit Abstand wichtigste Baustein ist der Lehrgang des Schulungsträgers, bei dem du die Prüfung ablegst – dort werden genau die Inhalte behandelt, die die Stelle anschließend abfragt, inklusive Übungsfragen und Probeprüfungen. Für Kategorie I bieten viele Träger zusätzlich Vorbereitungskurse an, die vor dem eigentlichen Sachkundelehrgang Grundlagen auffrischen – sinnvoll, wenn die Ausbildung länger zurückliegt oder du aus einem Nachbargewerk kommst. Eine etablierte Adresse ist neben Kammern und Innungen die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik.
Darüber hinaus haben sich drei Dinge bewährt:
Ganz ehrlich: Offizielle Bestehensquoten veröffentlicht keine der zertifizierenden Stellen. Aus der Erfahrung von Schulungsträgern lässt sich aber sagen: Wer den Lehrgang aufmerksam mitmacht und aus der Kältetechnik kommt, besteht in der Regel. Kritisch wird es am ehesten im Praxisteil – eine undichte Lötverbindung oder unsauberes Arbeiten bei der Rückgewinnung fällt sofort auf.
Fällst du durch, ist das kein Beinbruch: Eine Wiederholung der Prüfung ist bei den Stellen möglich. Ob du nur den nicht bestandenen Teil oder beide Teile wiederholen musst, welche Wartefristen gelten und welche Gebühren anfallen, regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Stelle – frag am besten direkt bei der Anmeldung nach.
Mit bestandener Prüfung stellt dir die benannte Stelle das Zertifikat für deine Kategorie aus. Neu durch die Verordnung (EU) 2024/573: Das Zertifikat gilt nicht mehr unbegrenzt, sondern muss alle sieben Jahre aufgefrischt werden. Für Alt-Zertifikate gilt eine Übergangsfrist bis zum 12. März 2029 – bis dahin muss die erste Auffrischung erfolgt sein. Inhaltlich kommen dabei vor allem Themen zu brennbaren und natürlichen Kältemitteln (Propan, CO₂, Ammoniak) und deren sicherer Handhabung dazu, weil sich der Markt durch den F-Gase-Phase-down dorthin verschiebt.
KlimaCraft überwacht Sachkundebescheinigungen und Auffrischungstermine je Monteur und meldet sich, bevor ein Zertifikat abläuft. Sieh dir an, wie KlimaCraft Qualifikationen und Auffrischungstermine deiner Monteure im Betriebsalltag organisiert.
Kältemittel-Nachweis in der Praxis →Für gelernte Kältetechniker mit solider Vorbereitung gut machbar – die Inhalte decken sich weitgehend mit dem Berufsalltag. Anspruchsvoller ist sie für Quereinsteiger, vor allem im Praxisteil (Löten, Lecksuche, Rückgewinnung). Der Vorbereitungslehrgang beim Schulungsträger ist der übliche und empfehlenswerte Weg.
Eine feste, bundesweit einheitliche Fragenanzahl gibt es nicht – Umfang und Form regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen zertifizierenden Stelle. Verbindlich vorgegeben sind nur die Prüfungsinhalte aus dem Anhang der DVO (EU) 2024/2215.
Ja. Ob nur der nicht bestandene Teil oder die gesamte Prüfung wiederholt werden muss, welche Fristen gelten und was die Wiederholung kostet, regelt die Prüfungsordnung der jeweiligen Stelle.
Einen offiziellen, öffentlich zugänglichen Fragenkatalog gibt es nicht – die zertifizierenden Stellen veröffentlichen ihre Prüfungsfragen nicht. Schulungsträger stellen im Lehrgang Übungsmaterial und Probefragen bereit, die sich an den Prüfungsinhalten des Anhangs der DVO (EU) 2024/2215 orientieren.
Hinweis: Dieser Artikel gibt den Stand August 2026 vereinfacht wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215, die Verordnung (EU) 2024/573 und die ChemKlimaschutzV sowie die Prüfungsordnung der jeweiligen zertifizierenden Stelle; die Beispielfragen sind Übungsbeispiele, keine Original-Prüfungsfragen.